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Stahlstadtkind leaves the nest 5: Brüssel

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Eine Weile im Ausland zu leben und arbeiten gehört wohl zum Standardrepertoire vieler bucket lists und darf auch auf meiner nicht fehlen. Ein Praktikum im EU-Parlament lässt mich nicht nur diesen Punkt auf meiner Liste abhaken, sondern auch hinter die Kulissen der politischen Bühne Europas blicken.

Willkommen in Brüssel, durchaus begründet auch Hauptstadt Europas genannt. Frisch von der Uni, vom VSStÖ und der SJ habe ich die Gelegenheit erhalten, drei Monate im Büro vom Europaabgeordneten Joe Weidenholzer zu arbeiten. Klar, dass ich mir diese Chance nicht entgehen lassen konnte. Hier ein paar Eindrücke:

  • Die Stadt ist sehr international. Neben EU-Institutionen wie Parlament, Kommission und Rat tummeln sich hier auch Lobbyist_innen, Botschafter_innen und andere politische Akteur_innen. Daraus entsteht eine regelrechte EU-Blase. Es bieten sich viele Möglichkeiten, ungewöhnliche und interessante Menschen kennenzulernen. Endlich macht sich auch der Französischunterricht in der Schule bezahlt. Belgier_innen sind vergleichsweise selten anzutreffen.
  • Brüssel hat seine Eigenheiten. Egal wieviel Zeit man in der EU-Blase verbringt, kommen diese dennoch irgendwo zum Vorschein. Auch wenn man es zeitweise leicht vergessen kann, bleibt Brüssel in erster Linie die Hauptstadt Belgiens. Mit österreichischen Standards und Logik kommt man oft nicht weit. Wer beispielsweise täglich auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist sollte vor allem eins mitbringen: viel Geduld. Eine belgische Minute variiert, zumindest auf dem offiziellen App der belgischen Öffis, irgendwo zwischen 60 Sekunden und einer halben Stunde. Eine ähnlich subjektive Zeitvorstellung scheint auch die belgische Post zu haben. Auffallend ist auch die Müllentsorgung. Wer es geschafft hat die Farbcodes zu entziffern und alles in den richtigen Müllsack zu werfen, muss diese an bestimmten Tagen vor die Tür legen. Dennoch kann es vorkommen, dass in der Parallelstraße oder sogar beim Nebenhaus Müll abgeholt wurde, nicht aber bei deinem. Ob das organisatorische Gründe hat, oder die Zuständigen einfach beschlossen haben, dass genug gearbeitet wurde, konnte ich bislang nicht klären. Die Belgier_innen – wenn man sie mal trifft – nehmen diese Besonderheiten normalerweise mit Gelassenheit.
  • Die Komplexität des Gesetzgebungsprozesses der EU wird deutlicher und macht den ganzen Prozess umso spannender. Die gesamte administrative und inhaltliche Arbeit, die im Hintergrund abläuft, ist unglaublich. Auch wenn ich als Praktikantin nur ein kleines Rädchen im Getriebe bin, bekomme ich trotzdem das Gefühl vermittelt, Teil einer größeren Gemeinschaft zu sein. Die Themen, die Dimensionen und vielleicht sogar der Horizont erweitern sich.

Kerstin Plank studiert Sozialwirtschaft in Linz und absolviert momentan ein Praktikum im EU-Parlament. Der Artikel ist Teil der Serie „Stahlstadtkind leaves the nest“.

Autor:sjlinz

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