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Keine Videoüberwachung in meiner Bim!

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Linz diskutiert über eine Videoüberwachung in Straßenbahnen. Nach FPÖ und ÖVP erwägt nun auch die SPÖ, einer Überwachung zuzustimmen. Wir haben drei Alternativvorschläge.

Zuerst zur Ausgangslage: Die Linz AG befördert jährlich über 100 Millionen Fahrgäst_innen. Die Gewaltdelikte sind im langfristigen Vergleich rückläufig. 2009 wurden 113 Gewaltdelikte in Linzer Straßenbahnen registriert, 2015 waren es 38 – bei über 100 Millionen beförderten Personen. Jeder dieser Vorfälle ist natürlich aufs Schärfste zu verurteilen, kriminalistisch ist diese geringe Zahl an Straftaten in einer großen Stadt wie Linz allerdings äußerst unauffällig.

Um diese geringe Zahl an Gewaltdelikten zu reduzieren ist die Videoüberwachung ein ungeeignetes Mittel. Das Beispiel Wien, in dem Kameras in allen U-Bahnen installiert sind, zeigt: Die Kriminalität ist in der Hauptstadt nicht gesunken, sie hat sich lediglich verschoben. Seit Inbetriebnahme der Kameras in den U-Bahnen ist die Zahl der Straftaten außerhalb der überwachten Zonen um etwa dieselbe Anzahl gestiegen, wie sie in den überwachten Wagons gesunken ist. Videoüberwachung ist nicht nur deshalb ungeeignet, sondern auch aus dem einfachen Grund, dass Straftaten dadurch zwar aufgezeichnet, aber nicht verhindert werden können. Eine Kamera kann schließlich nicht einschreiten, das könnte beispielsweise geschultes Personal vor Ort.

Das Problem liegt tiefer, die Ursachen von Kriminalität wo anders. Der technische Fortschritt einer Videoüberwachung kann den gesellschaftlichen Zusammenhalt, der Straftaten verhindert, nicht wiederherstellen.

Zurück zu den Zahlen, zur Erinnerung: 38 Gewaltdelikte bei über 100 Millionen Fahrgäst_innen. Demzufolge haben wir es in Linz also nicht mit einer bedrohlichen Sicherheitslage, sondern mit einem gestiegenen subjektiven Sicherheitsbedürfnis zu tun. Verantwortungsvolle Politik bedeutet auch, etwas für dieses Sicherheitsbedürfnis zu unternehmen. Was also tun?

Drei Alternativvorschläge

1. Viele Fahrgäst_innen sind mit dem Umgangston und dem teilweise respektlosen Verhalten in öffentlichen Verkehrsmitteln unzufrieden. Wir schlagen deshalb eine Kampagne der Stadt Linz gemeinsam mit der Linz AG für ein rücksichtsvolles Verhalten und Miteinander in Bim & Bus vor.

2. Straftaten verhindern können nur Personen, die unmittelbar vor Ort sind. Das sind couragierte Fahrgäst_innen (Zivilcourage kann im Rahmen der Kampagne Thema sein) oder das Personal der Linz AG (Straßenbahnfahrer_innen) bzw. der Securitas (Fahrausweis-Kontrolle). Unser zweiter Vorschlag ist eine Schulung für die betroffenen Linz AG und Securitas Mitarbeiter_innen, um unangenehmen Situationen künftig einschreiten zu können.

3. Auch beim Ein- und Aussteigen kann es zu unangenehmen Situationen kommen. Deshalb schlagen wir zum Dritten eine bessere Beleuchtung von dunklen Straßenbahn- und Bushaltestellen vor. Licht und Sichtbarkeit reduziert Übergriffe und erhöht das Sicherheitsgefühl.

Autor:sjlinz

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