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Die Sprache der FPÖ – eine Analyse

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Die FPÖ arbeitet mit Halbwahrheiten und Lügen, verängstigt und emotionalisiert, findet Sündenböcke und geht auf Minderheiten los. Die FPÖ macht Politik übers Bauchgefühl. Die Sprüche der FPÖ prägen sich seit Jahrzehnten in unseren Köpfen ein – und verändern dabei unterbewusst unser Denken.

Das politische System in Österreich beruht auf dem Konzept der wehrhaften bzw. streitbaren Demokratie. Es gibt das in der Verfassung verankerte Recht, sich gegen Kräfte zu verteidigen, die sich nicht an demokratische Werte und Prinzipien halten oder diese nutzen, um das System selbst zu unterlaufen. Dieses Recht wird im österreichischen Verbotsgesetz nationalistische Wiederbetätigung deutlich, wodurch neofaschistische Propaganda, die öffentliche Zurschaustellung von nationalistischen Symbolen und die Leugnung des Holocaust strafbar sind. Dadurch müssen rechte Parteien wie die FPÖ ihre Ideologie in zweideutige, jedoch legale Botschaften und Symbole verpacken.

Da offen rechtsextremistische Aussagen bei der breiten Masse eher auf Ablehnung stoßen und somit gegen die gesellschaftliche Norm verstoßen, verschleiert die FPÖ ihre nationalsozialistischen Aussagen sehr geschickt auf ihren Plakaten. Auch in Interviews geben sich Strache, Hofer und Co. betont gemäßigt. Doch ihre Slogans beeinflussen uns mehr, als wir glauben. Unser Unterbewusstsein nimmt mit allen Sinnen Reize aus der Umgebung auf, und besonders diese einschlägigen, kurzen Reime prägen sich seit vielen Jahren in unser Gedächtnis ein. Und das wissen die Freiheitlichen. Daher sind sie besonders erpicht darauf, ständig in den Medien präsent zu sein.

Das gelingt ihnen am besten durch Provokation. Schließlich wird die Kommunikation der FPÖ zentral vom Bund gesteuert. So entstehen gezielt provokante Slogans wie „Daham statt Islam“ oder „Abendland in Christenhand“. Diese werden in der breiten Öffentlichkeit diskutiert – somit hat die FPÖ ihr Ziel erreicht. Sobald die Öffentlichkeit Kritik an den Aussagen der FPÖ übt, stellt sich die FPÖ selbst als Opfer dar. Schließlich ist die Lügenpresse beherrscht von „linkslinken Gutmenschen“.

Das Motto der FPÖ lautet: Politik darf nicht langweilig sein. Sie haben dazu drei Marken etabliert, durch welche sie einen perfekten „Marketing-Mix“ erhalten: Die Kontinuität der Plakate seit über 10 Jahren (Corporate Design, kurze Reime statt Slogans), Strache als charismatische Persönlichkeit (HC-Rap, HC-Comic, HC auf Facebook, etc.) und das Image der FPÖ als soziale Heimatpartei für den kleinen Mann.

Lediglich ein Thema will die FPÖ in den Medien vermeiden: Nationalsozialismus. Und auch das gelingt ihnen immer mehr. Viele Menschen sehen keinen Zusammenhang zwischen der FPÖ und dem nationalsozialistischem Gedankengut – doch dieser Zusammenhang besteht ohne Zweifel! Daher ist es umso wichtiger, mit sachlichen Argumenten die Bevölkerung aufzuklären. Hier sind nicht nur die Medien gefragt, sondern jede_r Einzelne von uns!

Anna Wiespointner studiert Sozialwirtschaft an der JKU Linz und ist Vorsitzende der Initiative Kritischer Studierender.

Autor:sjlinz

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