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27.01.2009<<< zurück

Vermögen endlich besteuern!

Der aktuelle Sozialbericht erinnert erneut die eklatante Schieflage in der nationalen Vermögensverteilung. Während ein Prozent der Bevölkerung ein Viertel des Vermögens besitzt, liegen 74 Prozent überhaupt unter dem Durchschnitt.  Das oberste Promille (0,1 Prozent) besitzt immer noch acht Prozent des gesamten Geldvermögens und damit gleich viel wie die gesamte untere Hälfte der Haushalte. Der jüngst publizierte Sozialbericht spricht nicht umsonst von einer "markanten Konzentration" des Geldvermögens aus, wobei es keine ausreichenden Statistiken gibt.

 


Ein ähnliches Bild zeichnet leider auch der Vergleich der Lohneinkommen. Während im Jahr 2006 auf das niedrigste Fünftel nur 2,2 Prozent der gesamten Bruttobezüge entfielen, vereinten die obersten 20 Prozent fast die Hälfte. Lediglich das progressive Einkommenssteuersystem in Österreich sorgt dafür, dass sich die Schere bei den Nettoeinkommen insgesamt etwas schließt.

Offene Wunde Einkommensschere

Immer noch eklatant weniger verdienen Frauen. Im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen erreichen sie nur 67 Prozent der Männereinkommen. Und laut einem Bericht des Rechnungshofes wird dieses Missverhältnis von Jahr zu Jahr größer. Hauptgrund dafür ist einerseits die viele unbezahlte Arbeit (vor allem im Haushalt), die immer noch überwiegend von Frauen verrichtet wird, sowie die starke Zunahme der Teilzeitbeschäftigung innerhalb der letzten zehn Jahre: Nahm diese bei Männer um lediglich 6,5 Prozent zu, stieg sie bei Frauen im Vergleichszeitraum um fast 15 Prozentpunkte.


Was zu tun ist

  • Wiedereinführung einer reformierten und sozial treffsicheren Erbschafts- und Schenkungssteuer (Entgegen der ÖVP-Propaganda von einer "Mittelstandsteuer" zählt diese nämlich zu den umverteilungswirksamsten Abgaben!)
  • Aufhebung der Vorteile für Kapitalgesellschaften durch Abschaffung der Möglichkeiten zur Bildung von Unternehmensgruppen (Gruppenbesteuerung)
  • (Wieder-)Einführung einer Vermögenssteuer, die diesen Namen auch verdient: Neben Aktiengewinnen (capital gains) müssen auch Grund und Boden sowie (eigennützige) Stiftungen endlich auch stärker herangezogen werden
  • Aufhebung der Höchstbeitragsgrundlage in der Sozialversicherung - Besserverdienende sollen den gleichen Anteil ihres Einkommens wie der Großteil der Bevölkerung leisten

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