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10.02.2011<<< zurück

Rosa Jochmann Bundesschulzentrum

Mit dem 12. Februar jährt sich wieder der Beginn der Februarkämpfe in Österreich von 1934 und damit eine dunkle, aber oft vergessene Zeit in der Geschichte Österreichs. Denn die Jahre 1933-1938 waren geprägt vom „Austrofaschismus“ unter den damaligen Führern Engelbert Dollfuß und seinem Nachfolger Kurt Schuschnigg.

 

Austrofaschismus?

Darunter versteht man eine diktatorische Herrschaftsform, die mit ständestaatlichen/faschistischen Ideen Österreich von 1933-1938 diktatorisch regierte. Alleinige Einheitspartei war die Vaterländische Front (VF), die sich unter anderem aus der Christlichsozialen Partei (Vorgängerin der ÖVP) zusammensetze. Durch das Ausschalten des Parlaments in Österreich im Jahre 1933 konnte Dollfuß unter dem „Ermächtigungsgesetz“ diktatorisch und ohne Parlament regieren. Um unliebsame Oppositionelle aus der Öffentlichkeit zu verdrängen wurden zum einen Parteien und Zeitungen verboten und zum anderen Personen in „Anhaltelagern“ inhaftiert. Einige Widerstandskämpfer_innen, die sich für Demokratie und Meinungsfreiheit einsetzten wurden von Standesgerichten zum Tode verurteilt (z.b. Anton Bulgari – nach ihm ist der „Bulgariplatz“ in Linz benannt)

In der Zeit von 1933-1938 gab es also keine Demokratie sondern eine Diktatur die sich an den faschistischen Idealen von Benito Mussolini (ital. Diktator, später Verbündeter von Hitler) orientierte.

 

Heinrich Gleißner

In dieser Zeit wurden auch unliebsame Politiker_innen abgesetzt und durch Vertreter_innen der „Vaterländischen Front“ ersetzt. Darunter auch der Landesführer der VF Heinrich Gleißner – der nach den Februarkämpfen 1934 als Landeshauptmann eingesetzt wurde, nachdem sich sein Vorgänger und bekennender Demokrat aus der Politik zurückzog. Auch wenn Heinrich Gleißner später selbst von den Nazis inhaftiert wurde und auch nach 1945 wieder in der Politik aktiv war, ist seine Rolle in den Jahren 1933-1938 zu umstritten, um als Namenspatron für ein Schulzentrum zu fungieren!

 

Rosa Jochmann

Doch nicht alle waren ab 1933 Anhänger_innen einer faschistischen, diktatorischen Weltanschauung. So zum Beispiel die Widerstandskämpferin Rosa Jochmann, die sich Zeit ihres Lebens für Demokratie und gegen Diktaturen und Rechtsextremismus einsetzte. Sie schwor der Meinungsfreiheit und Demokratie auch dann nicht ab, als sie zu erst von den Austrofaschist_innen und später von den Nazis verhaftet wurde. Nach ihrer aktiven Laufbahn in der Politik (sie war u.a. Nationalratsabgeordnete von 1945- 1967) hielt sie zahlreiche Vorträge als Zeitzeugin an österreichischen Schulen.

Daher setzen wir uns für die Unbenennung des „Heinrich-Gleißner-Bundesschulzentrum“ hin zum „Rosa-Jochmann-Bundesschulzentrum“ ein, denn: Patron_innen für Schulen sollten Vorbilder und nicht rätselhafte Persönlichkeiten sein!

Rosa Jochmann Bundesschulzentrum

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